DKR II

Deutsches Kaiserreich II

Die deutschen Banknoten 1874 bis 1918

Eigentlich ist das Sammelgebiet der Banknoten der Kaiserzeit wesentlich vielfältiger, als mit den Reichskassenscheinen, Reichsbanknoten und Darlehenskassenscheinen umschrieben. Es gibt da noch wesentlich mehr. Da wären z.B die Ausgaben folgender Banken:
 
Deutsch- Ostafrikanische-Bank

Deutsch-Ostafrika umfasste die Länder Tansania, Burundi und Ruanda sowie einen kleinen Teils Mosambiks. Mit einer Fläche von 995.000 qm und 7,75 Mio. Einwohnern was es die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches. Ich verweise mal der Einfachheit auf den Wikipedia-Artikel.

Besonders sehenswert sind die Vorkriegsausgaben. Erst vom 01.04.1903 ab übernahm die deutsche Regierung das Münzrecht von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Am 15.01.1905 wurde die Deutsch-Ostafrikanische Bank gegründet und ihr das Recht zur Banknoten-Ausgabe bewilligt. Mit dem Datum des 15.06.1905 gab sie Banknoten aus zu 5, 10, 50 und 100 Rupien. Gedruckt wurden die Noten in Leipzig bei Giesecke & Devrient. Mit Datum 02.09.1912 wurde später noch eine 500 Rupien-Note verausgabt.

Hier wäre mal ein Löwenpaar in der Savanne.


 
 
Auf dem 10 Rupien Schein gibt es dann die Hafenansicht von Daressalam. Die Hafenansicht wird heute vermutlich auch etwas anders ausschauen.


 
 
Am 50er gibt es Kaiser Wilhelm II. in Kürassieruniform zu bewundern. Vom 50-Rupienschein gibt es zwei Auflagen. Die erste trägt nur auf der Vorderseite zwei Nummern. Die zweite Auflage hat sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite zwei Nummern. Die erste Auflage ist wohl seltener.


 
  
Und hier wäre noch der Hunderter... ;-) ebenfalls in zwei Auflagen.
 


 
 
Und als der 500er 1912 ausgegeben wurde, war es eigentlich schon 5 nach 12.  ...aber wenigstens Admiralsuniform. Ende 1914 waren erst 696 500 Rupien-Scheine im Umlauf was deren Seltenheit erklärt. Es sind jedoch auch Scheine mit höheren Nummern bekannt.


 
 
 
Aufgrund des Krieges kam es zu einer Papiergeldverknappung. So mussten im März 1915 erstmals "Interimsnoten" gedruckt werden. Diese waren vom Druck her relativ primitiv. Es gab in der Kolonie weder eine Einrichtung zum Wertpapierdruck noch war geeignetes Papier vorhanden...
 
 
Deutsch- Asiatische -Bank 
 
In China hatte das Deutsche Reich längst schon Handelsinteressen, als es noch keinen eigenen territorialen Besitz dort hatte. Zu Ihrer Förderung wurde am 12.2.1889 als Gemeinschafts-Unternehmen von 7 deutschen Großbanken und 6 Privatbanken die Deutsch-Asiatische Bank gegründet. Ihr Anfangskapital war 5 Millionen Tael zu 4,50 Mark, also 22.500.000 Mark. Am 2.1.1890 begann sie in Shanghai ihre Tätigkeit. Deutschland folgte mit dieser Gründung nur dem Vorbild anderer Mächte, die längst schon ihre Banken in China hatten. So war die Chartered Bank of India, Australia and China in Shanghai schon 1857, die Hangkong & Shanghai Banking Corporatin schon 1866 gegründet worden. Andere Bankengründungen folgen ihr, und schließlich gab es in China 2 belgischen, 3 englische, 2 französische, eine niederländische, eine portugiesische, 2 russische, eine skandinavische, 3 japanische und 3 amerikanischen Banken außer der deutschen. Aber lange Zeit kam die deutsche Bank nicht recht vorwärts. Immerhin konnte schon 1890 eine zweite Niederlassung, die Filiale Tientsin, errichtet werden. Agenturen wurden in Hankow und Tsingtau 1895 vorbereitet.

Erst die beginnenden Unruhen und die fremdenfeindlichen Agitationen ermöglichte es der Reichsregierung, am 6.3.1898 pachtweise das Kiautschou-Gebiet für 99 Jahre zu erwerben. Es wurde dem Reichs-Marineamt unterstellt. Dadurch wurde die Lage der Bank gestärkt; sie konnte nun auch an anderen Orten Filialen eröffnen, 1900 in Hongkong, 1903 in Shanghai, Tientsin und Hankow, 1904 in Tsinanfu, 1905 in Peking. Aber erst am 8.7.1906 wurde der Bank das Recht der Notenausgabe verliehen. Seit dem 15.06.1907 gab sie daraufhin ihre, durchweg vom 1.3.1907 datierten, Noten aus. Wegen des damals noch ganz ungeordneten chinesischen Münzwesens war eine einheitliche Notenausgabe nicht möglich; jede der 5 Filialen (Hongkong und Tsinafu gaben keine Noten aus) musste ihre eigene Reihe ausgeben, weil die Währungseinheit der einzelnen Orte nicht dieselbe war.

Es gab zwei Hauptarten dieser Noten, eine in Dollar-, eine in Taelwährung, doch kamen die Taelnoten nie über einen ganz kleinen Prozentsatz des Betrags an Dollarnoten hinaus. 

Die Ausführung der 5 Notenreihen ist genau dieselbe, nur der Ausgabeort in der Datumzeile sowie oben und unten am Rand und auf der Rückseite wechselt. Die deutsche Notendruckerei Giesecke & Devrient in Leipzig besorgte den Druck. Auf allen Scheinen sehen wir rechts in abgerundetem Rahmen die gekrönte Germania in Halbfigur mit Adlerschild und Lanze; links oben im Kreis den Reichsadler mit einem Brustschild mit D A B, unten links den chinesischen Drachen von vorn. Text auf VS. Deutsch und Chinesisch, auf Rückseite Englisch und Chinesisch. Auf der Rückseite sehen wir links und rechts ein Germaniabrustbild, symmetrisch, beide zur Mitte des Scheins gewandt, bei 1, 5, 10, Dollar in Hochovalen, bei 25 und 50 Dollar in liegenden Rechtecken mit eingebuchteten Seiten, bei den vier Taelwerten in Hochrechtecken. Das Papier ist weiß. Auch die Abmessungen der Scheine sind sehr stattlich, bei den unteren Werten 187 zu 125 mm, bei 25, 50 Dollar und 20 Tael 200 zu 135 mm.
 

 
 
Wirklich schöne Scheine, nur die Preise lassen einen fast verzweifeln. 
 
 
Badische Bank 1871 - 1874
 
Die Badische Bank erhielt am 25. März 1870 die Notenkonzession und nahm am 1. Januar 1871 Ihren Geschäftsbetrieb auf. Trotz des Verzichts vieler Notenbanken auf ihr Recht zur Notenausgabe nach den einschneidenden Beschränkungen von 1875 behielt die Badische Bank ihr Notenrecht noch bis 1935. Die Hunderter von 1874 bis 1907 wurden einheitlich zum 20. November 1923 ungültig. Bei den Ausgaben de Badischen Bank von 1918 bis 1923 wurden jeweils die Umlaufzeiten bis zur Wertlosigkeit der Noten angegeben. Die Ausgaben von 1924 hatten im Umlauf kam noch Bedeutung.
 
  
 
 
Bayerische Notenbank 1875 - 1925
 
Die Bayrische Notenbank wurde am 6. August 1875 in München gegründet und nahm am 3. November 1875 ihren Geschäftsbetrieb auf. Bereits im März 1875 wurde laut Staatsvertrag der Verzicht der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank auf ihr bis dahin ausgeübtes Notenrecht geregelt. Für Bayern gab ab November 1875 nur noch die Bayerische Notenbank ausschließlich Banknoten in Mark-Währung aus, wovon besonders während der Inflationszeit Gebrauch gemacht wurde. Am 1. Juli 1925 verloren alle vor dem 11. Oktober 1924 ausgegebenen Noten ihre Eigenschaft als Zahlungsmittel, konnten aber noch bis 31. Juli 1925 eingelöst werden. Die Bank behielt ihr Notenrecht noch bis 1935, die Reichsmark-Ausgaben von 1924/1925 spielten aber im Umlauf keine große Rolle.
 
 
 
 
Sächsische Bank zu Dresden

Die Sächsische Bank zu Dresden wurde durch königliches Dekret im Juli 1865 errichtet und erhielt vorerst für 25 Jahre das Recht zur unbeschränkten Notenausgabe (Konzession vom18. Juli 1865). Sie nahm ab 1. Januar 1866 den Geschäftsbetrieb auf. Der Notenumlauf der Bank wuchs ständig an, da ihre Noten im gesamten Land kursierten und der Geldbedarf durch die rasante wirtschaftliche Entwicklung Sachsens immer größer wurde. Trotz der Beschränkungen für Notenbanken in der Folge der Reichsgründung gehörte sie im Jahre 1906 zu den noch verbliebenen vier großen Ländernotenbanken, deren Banknoten gleichwertig neben den Noten der Reichsbank kursierten. Bei den Inflationsausgaben wurden die Umlaufzeiten bis zur praktischen Wertlosigkeit der Noten angegeben. Die Bank behielt Ihr Notenrecht noch bis 1935. Die Reichsmark-Ausgaben von 1924 wurden zum 1.April 1936 ungültig.
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
Württembergische Notenbank 1871 - 1930

Die Württembergische Notenbank wurde durch Landesgesetz vom 24. Juli 1871 errichtet, um das Landesinteresse nach der erfolgten Gründung des Deutschen Reiches nicht vollständig einer künftigen zentralen Reichsbank unterordnen zu müssen. Am 20. Dezember 1871 nahm sie ihre Tätigkeit auf. Der Notenumlauf der Bank stieg bis 1875 auf annähernd 15 Millionen Gulden an. Nach den Beschränkungen des Reichsgesetzes vom März 1875 und dem Verzicht von immer mehr privaten Notenbanken auf ihr Notenrecht gehörte die Bank ab 1906 zu den noch verbliebenen großen vier Ländernotenbanken, deren Banknoten gleichwertig neben denen der Reichsbank kursierten. Bei den Inflationsausgaben wurde Umlaufzeiten bis zur praktischen Wertlosigkeit der Noten angegeben. Die Bank behielt noch bis 1935  ihr Notenrecht. Die Reichsmark-Ausgaben von 1924 bis 1930 wurden zum 1. April 1936 ungültig.

 
 

Länderbanknoten wurden wie folgt verausgabt:

 

 
 Baden
Bayern
SachenWürttemberg
187101.07.1871
50 Gulden
 
 15.11.1871           
10 Gulden &         
35 Gulden

1874
01.01.1874
100 Mark
 
01.01.1874  
100 Mark &  
500 Mark
 
01.01.1874       
100 Mark
1875 
03.1.1875
100 Mark
 
01.01.1875       
100 Mark
 
1890
01.01.1890
100 Mark
 
15.06.1890
100 Mark &
500 Mark
 
01.01.1890
1900
 
01.01.1900
100 Mark

 
 
1902
01.10.1902
100 Mark
 
 
 
01.01.1902
100 Mark
 
1907
01.01.1907
100 Mark
 
 
 
 
1911
 
 
02.01.1911
100 Mark &
500 Mark
01.01.1911
100 Mark
 

Abgesehen von den vier großen Länderbanknoten, standen zu Beginn der Reichsgründung am 18.01.1871 noch eine große Anzahl weiterer Kreditinstitute in den Startlöchern, doch irgendwie klappte das alles nicht. Aber es gab erstmal noch viele Emissionen...



Bank
Nominal
Datum
Anhalt-Dessauische Landesbank
  100 Mark 
01.07.1874
Bayerische Hypotheken und Wechselbank
  100 Mark
01.07.1874
Braunschweigische Bank
  100 Mark
01.07.1874
Bremer Bank
    20 Mark
01.07.1874
 
  100 Mark
01.07.1874
Frankfurter Bank
  100 Mark
01.01.1874
 
  500 Mark
01.01.1874
 
1000 Mark
01.01.1874
 
  100 Mark
01.08.1890
 
1000 Mark
01.08.1890
Magistrat der kgl. Residenzstadt Hannover
  100 Mark
(1874) ohne Datum
Hannoversche Bank
    10 Taler
01.07.1871
 
  100 Mark
01.01.1874
Bank für Süddeutschland
  100 Mark
01.01.1874
Lübeck, Freie und Hansestadt (Commerzbank)
  100 Mark
01.01.1875
Rostocker Bank
  100 Mark
01.01.1874
Oldenburgische Landesbank
  100 Mark
01.04.1875
Preußische Hauptbank
  100 Mark
01.05.1874
 
  500 Mark
01.05.1874
 
1000 Mark
01.05.1874
Staedtische Bank zu Breslau
  100 Mark
01.07.1874
Cölnische Privatbank
  100 Mark
06.03.1875
Communalständische Bank für die preußische Oberlausitz, Görlitz (Schlesien)
  100 Mark
31.03.1874
Danziger Privat-Actien-Bank (Westpreußen)
  100 Taler
01.05.1871
 
  100 Taler
01.03.1873
 
  100 Mark
01.06.1875
 
  100 Mark
01.06.1882
 
  100 Mark
01.06.1887
Magdeburger Privatbank (Provinz Sachsen)
  100 Mark
01.01.1874
Ritterschaftliche Privatbank in Pommern
  100 Mark
06.08.1874
Provinzial-Aktienbank des Großherzogtums Posen
  100 Mark
17.03.1874
 
  200 Mark
17.03.1874
 
  500 Mark
17.03.1874
 
  100 Mark
17.03.1883
 
  200 Mark
17.03.1883
 
  500 Mark
17.03.1883
Geraer Bank
  100 Mark
01.01.1874
Königlich-Sächsische Cassen-Billets   
  100 Mark
01.05.1874
Landesständische Hypothekenbank für das Königl. Sächs. Markgrafenthum Oberlausitz, Bautzen
  100 Mark
01.01.1875
Leipziger Bank
  100 Mark
01.01.1874
Leipziger Kassenverein
  500 Mark
31.03.1875
Privatbank zu Gotha
  100 Mark
01.07.1874
Mitteldeutsche Creditbank, Meiningen
  100 Mark
02.01.1875
Weimarische Bank
  100 Mark
01.01.1874
Niedersäschsische Bank
  100 Mark
01.01.1874
Königl. Staats-Haup-Kasse (Württemberg)
    10 Gulden
01.12.1871


Das bedeutendste dieser Institute war die Frankfurter Bank:

Die Frankfurter Bank 1870 - 1901
 
Am 11. April 1854 erhielten führende Bankiers Frankfurts von Bürgermeister und Rat der Stadt die Konzession zur Gründung der Frankfurter Bank. Die Bankiers der Gründerbanken, Gebrüder Bethmann, Grunelius & Co., Rothschild & Söhne sowie der Frankfurter Vereinskasse wollten den Geldumlauf erleichtern. Das neue Institut erhielt von der Stadt das Recht, als Notenbank Gulden süddeutscher Vereinswährung auszugeben. Vor dem Hintergrund dieser wichtigen Funktion sollte die Frankfurter Bank in ihren geschäftlichen Aktivitäten sehr solide sein und sich von Risiken fernhalten. Das Depositen- und Kreditgeschäft war ihr deshalb nicht erlaubt. Die Frankfurter Bank stieg als Zentralbank der Frankfurter Privatbankhäuser bald zu einer der führenden Banken Süddeutschlands auf. Sie wurde eine der bedeutendsten Geldausgleichsstellen zwischen Nord- und Süddeutschland.

Die Vereinheitlichung der Währungsverhältnisse durch die Gründung der Reichsbank im Jahr 1875 schränkte die Frankfurter Bank als private Notenbank in ihrer ursprünglichen Aufgabe stark ein. Sie durfte nur noch Banknoten mit einem Nennwert von 100 Mark und mehr ausgeben. Die neuen Gesetzesregelungen erlaubten andererseits die Annahme von verzinslichen Einlagen, in denen die Bank in den folgenden Jahren einen Ersatz für die geschrumpfte Notenausgabe fand. Die fortschreitenden Einschränkungen der Notenemission durch die Reichsbank veranlassten die Frankfurter Bank im Jahr 1901, ihr Notenprivileg aufzugeben.

 

 
 
 
 
Neben den Militärausgeben für besetzte persische Gebiete von 1916 finde ich auch die Ausgeben der Darlehenskasse Ost für wirklich spannend:
 
Darlehenskasse Ost 1916 - 1918
 
Die baltischen Gebiete sowie Teile Nordpolens und Weißrusslands wurden dem Oberbefehlshaber Ost unterstellt. Die Versorgung dieses Gebietes  mit Zahlungsmitteln erfolgte durch die Ostbank für Handel und Gewerbe. Sie gab seit 1916 durch ihre Darlehenskasse Ost im deutschen Posten Darlehenskassenscheine in Rubel-Währung aus, ab 1918 dann durch die Darlehenskasse Ost im litauischen Kowno (Kauen/Kauna) auch solche in Mark-Währung. Der Umrechnungskurs Rubel zu Mark stand konstant im Verhältnis 2 : 1. Nach Gründung der baltischen Republiken im Jahre 1918 schufen sich Estland und Lettland 1919 eigene Währungen, während Litauen die Scheine der Darlehenskasse Ost am 26. Februar 1919 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärte und noch bis zur Einführung der Litas-Währung am 9. August 1922 im Umlauf behielt.

          
Posen (Rubel-Währung):
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
 
Kowno (Mark-Währung):
 
 
 
 
 

 

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