DKR

Deutsches Kaiserreich
 
Die deutschen Banknoten 1874 bis 1918
 
Reichskassenscheine
 
Die nach dem Gesetz vom 30. April 1874 ausgegebenen Reichskassenscheine der Reichsschuldenverwaltung wurden vom Deutschen Kaiserreich ab dem 11. Juli 1874 an die Einzelstaaten des Kaiserreichs gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerungszahl verteilt. Sie sollten als Ersatz für die eingezogenen Taler- und Guldenscheine der regionalstaatlichen Banken dienen.
 
Auf der ersten Ausgabe sind auf dem 5 Mark-Schein vorderseitig zwei Putten welche eine Girlande halten abgebildet.
 


 
Reichskassenscheine waren bis zum 3. August 1914 kein gesetzliches Zahlungsmittel, trotzdem mussten sie von allen öffentlichen Kassen in Zahlung genommen werden. Auf Verlangen wurden sie von der Reichshauptkasse in Berlin gegen Reichs-Goldmünzen oder (bis Ende 1908) in Taler oder Gulden der Bundesstaaten eingelöst. Am 31. Juli 1914 wurde die Einlösepflicht in Gold aufgehoben. Mit Gesetz vom 4. August 1914 wurden die Reichskassenscheine dann zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt. Durch die Inflation wurden sie Mitte 1923 praktisch wertlos. Ab 6. Juli 1925 wurden sie für ungültig erklärt.
 
Auf dem 5 Mark Schein von 1882 ist auf der Vorderseite ein Ritter mit geschulterten Schwert zu erkennen.
 
 
 
 
 Auf dem 20 Mark Schein von 1882 sind zwei Knaben mit einer Girlande aus Früchten zu erkennen.

  

 
 
Interessant ist auch der 50er von 1899. Auf der Vorderseite findet man die Germania  unter einer Eiche mit verschiedenen allegorischen Symbolen der Industrie, der Kunst, der Wissenschaft, des Handels und der Landwirtschaft ;-); auf der Rückseite ist der gekrönte Reichsadler in Lorbeerzweigen abgebildet.
 

 
 
Hier noch der 5 Mark Schein von 1904:

 
 
 
 
Auf der Vorderseite ist eine friedliche Szenerie abgebildet, die sitzende Germania mit einem Knaben. Am Ufer eines Meeres ist neben den Sinnbildern verschiedener Berufe der Bug eines Wikingerschiffs zu sehen. Die Germania ist schwertlos und hat auch den Schild zur Seite gestellt. Sie Spitze der Lanze, die sie über die Schulter trägt ist vom Wimpel verhüllt. In der Bildmitte ist eine Taube mit einen Ölzweig im Schnabel, die aus der Hand eines Kindes auffliegt.
 
Auf der Rückseite ist ein Lindwurm der einen Schatz bewacht. Es ist der furchterregende Drach Fafner aus der Nibelungensage.
 
Im Krieg, 1917, wurde der von Alexander Zick entworfene Schein durch ein anderes Motiv ersetzt.
 
Der 10 Mark Schein von 1906 ist ein weiterer von Alexander Zick entworfener Reichskassenschein. Auf der Vorderseite ist eine weibliche Gestalt mit Palme, Äskulapstab und Ruderblatt und auf der Rückseite sind zwei Frauen an einem Streifen mit Wertangabe abgebildet.
 
 
 
 
Reichskassenscheine wurden wie folgt verausgabt:
 



5 Mark
10 Mark20 Mark50 Mark
187411.07.1874
11.07.187411.07.1874
188210.01.1882
10.01.188210.01.1882
1899


05.01.1899
190431.10.1904


1906
06.10.1906
 
Reichsbanknoten
 
Am 14. März 1875 entstand als Nachfolgerin der Preußischen Bank die Reichsbank als Hauptnotenbank des Deutschen Reichs. Sie nahm am 1. Januar 1876 ihren Geschäftsbetrieb auf. Im August 1876 wurden die ersten Reichsbanknoten in Umlauf gebracht. Reichsbanknoten wurden bis 1906 nur im Nennwert von 100 Mark oder höher in Umlauf gegeben. Für die kleineren Werte wurden Reichskassenscheine oder Reichsmünzen verausgabt. Ab 1906 erschienen dann auch Reichsbanknoten zu 20 und 50 Mark Nennwert. Reichsbanknoten waren bis zum 31. Dezember 1909 kein gesetzliches Zahlungsmittel, trotzdem mussten sie von allen öffentlichen Kassen in Zahlung genommen werden.
 
Nach der Abdankung des Kaisers blieben die Reichsbanknoten weiterhin gültig. Sie wurden teilweise noch bis ins Jahr 1923 nachgedruckt. Durch die Inflation wurden sie im Herbst 1923 praktisch wertlos. Am 6. Juli 1925 wurden sie für ungültig erklärt.
 
Mit Daten 10. März 1906, 8. Juni 1907, 7. Februar 1908, 10. September 1909, 21. April 1910 und 19. Februar 1914 wurde folgender 20 Mark-Schein als Reichsbanknote verausgabt:
 
 
 
 

Der 50er war dann auch dabei (Ausgabedaten: 10. März 1906, 8. Juni 1907, 7. Februar 1908, 21. April 1910):
 
 
 
 
Erstmalig mit Datum 3. September 1883 wurde der sog. "Blaue Hunderter" verausgabt. Er sollte mehr oder weniger unverändert in dieser Form das Kaiserreich überstehen. Am 06. Juni 1925 wurde er dann auch außer Kurs gesetzt (Ausgabedaten: 3. September 1883, 1. Mai 1891, 1. März 1895, 10. April 1896, 1. Juli 1898, 17. April 1903, 18. Dezember 1905, 8. Juni 1907 und 7. Februar 1908).
 

 
 
Die Reichsbanknote zu 1.000 Mark solle es ähnlich treffen. Außer Kurs 06.06.1925 und somit ab dem Folgetag wertlos. Ausgabedaten: 2. Januar 1884, 1. Januar 1891, 1. März 1895, 10. April 1896, 1. Juli 1898, 1. Oktober 1903, 26. Juli 1906, 7. Februar 1908, 10. September 1909 und 21. April 1910.
 
 
 
 
Ein besonderer Schein ist zweifellos der sog. "Flottenhunderter". Erstmals mit Datum 7. Februar 1908 verausgabt. Auf der Vorderseite sind Merkur- und Cereskopf, die Gottheiten von Handel und Ackerbau,  abgebildet. Auf der Rückseite sieht man die unter einer Eiche sitzende Germania und im Hintergrund die kaiserliche Flotte. Als Wasserzeichen sieht man den Kopf von Kaiser Wilhelm I. Selten gab es einen mit Bildern und Symbolen zu überladenen Geldschein.
 
Die Rückseite zeigt rechts eine sitzende, lorbeergeschmückte und mit einem Brustpanzer und einem lang herabfallenden Gewand gekleidete Germania mit Reichskrone und Krönungsmantel, die sich auf einen Schild stützt und in der rechten Hand ein Schwert hält, das ein Stück aus der Scheide gezogen ist. Als Symbol für nationale Einheit fand die Germania nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71, als sie auf zahlreichen Sieges- und Kriegsdenkmälern plastisch dargestellt wurde, ihre größte Verbreitung. Die Bildmitte nehmen zwei mächtige Eichenstämme mit ausladenden, beschützenden Ästen und starkem Wurzelwerk ein. Die Eiche, bei den Germanen dem obersten Gott Donar geweiht, galt als Sinnbild der Stärke; im 18. Jahrhundert wurde sie in Deutschland zum Symbol des Heldentums. Seit dem frühen 19. Jahrhundert gilt Eichenlaub als Siegerlorbeer. Im Vordergrund auf der linken Seite befinden sich ein Pflug mit eiserner Pflugschar (Symbol der Landwirtschaft), ein Amboss mit Schmiedehammer (Schwerindustrie), ein Zahnrad (Feinmechanik) und ein Warenballen (Handel), an den der Heroldsstab des Merkurs (erkennbar an den beiden sich um den Stab windenden Schlangen) lehnt. Damit wird zugleich deutlich, dass die genannten Gegenstände keine dekorative, sondern eine symbolische Funktion habe. Dahinter sind (als Hinweis auf die Flottenrüstung) drei Großkampfschiffe in Kiellinie zu erkennen, die auf das hohe Meer hinausfahren.
 
 
 
 
Mit Datum 4. November 1915 wurde dann noch ein 20 Mark Schein mit neuen Motiv verausgabt. Auf der Vorderseite erkennt man zwei Männer mit Füllhörner. Auf der Rückseite sieht man die Gestalt eines Mannes und einer Frau als Allegorie für Arbeit und Ruhe.
 

 
 
...mit Datum 16. Dezember 1915 gibt es übrigens einen 50 Mark Schein welcher niemals so ausgegeben wurde. Dieser Schein ist in Farbe abgebildet in der 14. Auflage des Rosenberg-Katalogs unter der Rubrik "Nicht ausgegebene Noten und Essays" als N10. Eine absolute Rarität, vielleicht nur einmal vorhanden. Aber weil der Schein so gelungen war, wurde er doch noch verausgabt nur mit Datum 23. Juli 1920 (und ohne Kaiserkrönchen auf dem Reichsadler).
 


 
 
Passt vom Stil schon sehr gut zum 20er.
 
In der Realität verwirklicht wurde dann jedoch und der Zeit sicher angemessen, der wegen der schwarzen Umrahmung sog. "Trauerschein" - auch " Todesanzeige" genannt. Der Schein wurde in vielen Privatdruckereien hergestellt und wegen des Auftretens von zahlreichen Fälschungen am 10.09.1919 für ungültig erklärt.
 


 
 
20 Mark50 Mark100 Mark1000 Mark
187601.01.187601.01.1876
188303.09.1883
188402.01.1884
189101.05.189101.01.1891
189501.03.189501.03.1895
189610.04.189610.04.1896
189801.07.189801.07.1898
190317.04.190310.10.1903
190518.12.1905
190610.03.190610.03.190626.07.1906
190708.06.190708.06.190708.06.1907
190807.02.190807.02.190807.02.190807.02.1908
07.02.1908*
190910.09.190910.09.1909*10.09.1909
191021.04.191021.04.191021.04.1910*21.04.1910
191419.02.1914
191504.11.1915
191820.10.1918
*Flottenhunderter
 
 
Darlehenskassenscheine
 
Mit  Gesetz vom 4. August 1914 wurde die Darlehenskasse geschaffen, die gegen Verpfändung von Waren und Wertpapieren Darlehen gewähren konnte.
 
Die von der Reichsschuldenverwaltung ausgegebenen Darlehenskassenscheine waren uneinlösliches Papiergeld mit staatlichem Zwangskurs. Sie wurden von allen staatlichen Kassen in Zahlung genommen. Sie waren zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel, kursierten aber in großen Mengen unter der Bevölkerung, da ihre meist kleinen Nennwerte ab 1 Mark eine wichtige Rolle im Handel spielten. Da sie von der Reichsbank zur Notendeckung der Reichsbanknoten verwendet wurden, trugen sie zur Expansion der Geldmenge und damit zur Inflation bei. Durch die Inflation wurden sie Mitte 1923 praktisch wertlos.
 
Am 6. Juli 1925 wurden sie für ungültig erklärt. Nennwerte 1 - 2 - 5 - 20 und 50 Mark.
 
Mit Datum 05.08.1914 wurde der erste Fünf-Mark-Darlehenskassenschein ausgegeben. Auf der Vorderseite gibt es Ornamente mit dem Reichsadler im Hintergrund und auf der Rückseite gibt es zweimal die Germania sowie Krone Schwert und Zepter.
 

 
 
Aber es gibt schöneres! Die opulente schwülstige Germania wurde beim nächsten 5-Mark-Schein durch eine junge Dame ersetzt. Jugendstil halt!
 
 

 
 
Der 20 Mark Schein von 1914 
 

 
 
...wurde 1918 ebenfalls ersetzt
 
 
 
 
Auf beiden Scheinen sind Minerva und Merkur dargestellt.
 
Der 50er ist dann auch voll Ornamente und Germanias (auf der Rückseite).
 


 
 
Und zu guter Letzt und ganz wichtig um den Leuten auch noch das Silbergeld aus der Tasche zu nehmen, die Kleingeldscheine: 
 



 
 
  
1 Mark2 Mark5 Mark20 Mark50 Mark
191412.08.191412.08.191405.08.191405.08.191405.08.1914
191701.08.1917
191820.02.1918



Vorrübergehende Notausgaben

---und als fast gar nichts mehr ging, wurden alle am 2.1.1919 fälligen 5 prozentigen Zinskupons der Kriegsanleihen des Deutschen Reiches, Ausgabejahr 1915 bis 1918, mit dem Buchstaben Q, im Wert von 2,50 Mark bis 125 Mark, zu Zahlungsmitteln erklärt (und zwar vom 4.10.1918 bis 1.1.1919). Nun ja, am 09.11.1918 war die Party sowieso vorbei.
 
Hier Beispiele für die nicht sehr häufigen Schätzchen ;-)
 
 
 
 
 
 

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